17. Februar 2019

Defibrillation bei Kindern

Abgesehen von herzkranken Kindern ist die defibrillierbare Rhythmusstörung bei Kindern selten. Ist in diesen Fällen ein Defibrillator zu Verfügung, soll ein Kind mit niedrigen Stromenergien gerettet werden.

Defibrillatoren mit Kindermodus

Ein Kreislaufstillstand ist bei Kindern zum Glück seltener als bei Erwachsenen, aber seine Ursachen sind vielfältiger. Ungefähr 50% der pädiatrischen Herzstillstände treten bei Kindern unter einem Jahr auf. Die meisten davon werden durch plötzlichen Säuglingstod und Atemwegserkrankungen verursacht. Nach den ersten 6 Monaten eines jungen Lebens sind Verletzungen und Ertrinken die Hauptursachen für Herzstillstand. Der häufigste Rhythmus, der bei Kinder beobachtet wird, ist die asystolische oder pulslose elektrische Aktivität. Wenn von pädiatrischen Herzstillstands-Rhythmen berichtet wird, reichen die Schätzungen des Kammerflimmern von bis zu 15%. 

Die Erfahrung mit AED's bei Kindern ist sehr begrenzt. Generell sind Defibrillatoren für die Anwendung an Erwachsenen und Kindern ab 8 Jahren bzw. ab 25 kg Körpergewicht ausgelegt. Viele Modelle können jedoch durch den Einsatz spezieller Kinderelektroden auch Betroffene unter 8 Jahren bzw. unter 25 kg Körpergewicht defibrillieren.

Defibrillatoren der neusten Generation verfügen über einen Kindermodus (Schalter oder Knopf). Bei Defibrillatoren mit Kindermodus (z.B. PAD Vollautomat) gibt der Defibrillator die passende Strommenge selbständig ab. Bei diesen Geräten muss der Anwender keine Extra-Kinderelektroden anbringen und verschwendet somit im Notfall keine Zeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Herzkammerflimmern zwar keine häufige Arrhythmie bei Kindern ist, aber bei bis zu 15% der pädiatrischen und jugendlichen Kreislaufstillstände beobachtet wird. In diesen Fällen ist eine frühe Defibrillation lebensentscheidend.