23. April 2019

Zerbrich’ dir nicht den Kopf!

Mit einem Glassplitter in die Fingerkuppe geschnitten, beim Inline-Skaten das Knie selbstverständlich unterhalb des Schoners aufgeschürft, zwischen Tau und Pfahl eine blaue Beule am Oberarm eingefangen? Das Handgelenk gebrochen auf der Down-Hill-Route, Finger im WC-Rollen-Halter eingeklemmt, Hammer auf den Daumennagel gezielt, Oberschenkel an der Tischecke angeschlagen – blaue Beule wird bald grün? Ein „Hals und Beinbruch“ gewünscht? Nicht nettes Nasenbluten vom Sturz mit dem Trottinett oder blutige Nase im Geraufe auf dem Schulhof eingefangen? Ein letztes „Brich’dir keine Rippen“ als Mahnung hinter dem kleinen Like-a-Biker nachgeschoben, bevor er zu schnell in die Kurve stach? 

Gebrochene Knochen für das volle Leben!

Die Bobochen und Wehwechen, die sich im vollen Leben bergen, kümmern uns zum Glück wenig. Kinder dürften sonst nicht mehr draussen im Quartier spielen. Wir dürften nicht mehr auf dem Stuhl die Birne wechseln und Fussball-Grümpel-Turniere würden verboten. Gibt ja Arnica, Trostpflaster, ein Heileheile-Säge, etwas Spucke und Eisbeutel dagegen. 

 

Zurück zum Ernstfall: Die fünf bis sechs Zentimeter Tiefe, mit der die Massage ein Herz zurück holen soll, beängstigen. Wer will einem Menschen extra die Knochen brechen, ausser er heisst mit Vorname Schläger? Auch die korrekte Druckstelle erschreckt. Die liegt pickelhart mit Knochen und Muskeln bedeckt beim BH-Bügel in der Mitte des Brustbeins. Ja, dort, an einer - im vollen Leben - schönen Stelle. Mitte BH als Faustregel bei der Herzmassage von Ladies, falls der Ernstfall gilt.   

 

Zerbrechen wir uns also bei der Herzmassage den Kopf nicht zusätzlich. Schliesslich liegt ein Leben in deinen Händen! Rippenbrüche tun zwar weh, sind zum Glück nie lebensbedrohlich, wenn ein Herz in Not ist. Deshalb gilt die Faustregel: So ein paar gebrochene Knochen nehmen wir für das volle Leben gerne in Kauf.