31. Juli 2019

Was zum unbeschwerten Bade ladet

Wer sich jetzt in der Hitze, mal ab und zu oder regelmässig ins Hallen- Frei- oder Strandbad begibt, staunt anerkennend über die immense Vielfalt, was hinter den Kulissen für seine Sicherheit getan wird. Angefangen bei der Technik mit Kompressoren, all den Lüftungen, den Anlagen zur Wasseraufbereitung und den Rückläufen, den Werkstätten und Werkzeugen bis hin zu den Erst-Hilfe-Einrichtungen. 

Plötzlicher Herzstillstand kommt in öffentlichen Bädern häufiger vor als Ertrinkungsunfälle

Die Statistik zeigt, dass Ertrinkungsunfälle in öffentlichen Bädern seltener sind, als ein plötzlicher Herzstillstand. Das ist Grund genug, und mit ihm kommt ein hoffentlich spassiger und sicherer Badesommer, einen Blick auf die Sicherheit in Badeanstalten zu werden: Film ab in das Hallen- Schwimm- und Strandbad von Murten, das gleich drei Betriebszonen absichern muss: Drinnen wie draussen, in Bassins, wie auch im öffentlichen See. 


Die Bademeister am Beckenrand, am Strand oder den Stegen entlang, können viel mehr als Rettungsschwimmen oder zum Duschen ermahnen. Die Betriebsmitarbeiter werden regelmässig in Wiederholungskursen für Herzdruckmassage CPR/BLS/AED trainiert. Ein jeder im Betrieb kennt auch seine Gefahrenzonen auswendig, wo ein Notfallknopf, ein Rettungsring, das Sanitätszimmer und die Zugänglichkeit zu einem Schockgerät AED gewährleistet sein müssen. Das Sicherheitsdispositiv ist in mehreren Schritten in Checklisten festgehalten, wird täglich inspiziert, kontrolliert und rapportiert. 

Einwandfreie Technik als Basis für höchste Sicherheit im Betrieb

Wir reden von 2.5 Millionen Liter Wasser im Freibad, einer Million im Hallenbad und zig Kubik im See. Das Wasser wird drei Mal täglich in Wasserproben kontrolliert, auf den PH-Wert, auf das freie und das gesamte Chlor. Auch das ist Sicherheit für die Badegäste: Trinkwasser-Qualität ladet zum gesunden Bade und untersteht gar dem Lebensmittelgesetz. Vor Eröffnung der Bäder in der Inspektionsrunde gibt es Unmengen an Schaltschränken, Steuerungen, Schaltern, Lichtern und Messgeräten zu checken und zu protokollieren – hierzu gehört auch der tägliche Blick auf die Blinklichter zur Funktion der Defibrillatoren. Eine einwandfrei funktionierende Technik ist Basis für einen Betrieb, der für Sicherheit sorgen muss.

Komplexe 1. Hilfe und seit 2004 mit Defibrillator

In einer zentralen Zone kann das Personal sowohl innen im Hallenbad, aber auch draussen, etwas erhöht auf zwei Schwimmbecken und den nahen Seeuferrand die Badenden beobachten. Ohne Hochsitz, zirkulierend und unter dem Sonnenschirm. Wenn sich zu Stosszeiten tausende Menschen in den Pools und im See vergnügen, kann man sich den scharfen Blick und das Vorausschauende einer Wasseraufsicht vorstellen. Dass neben dem Bade auch Sport, Spass und Spiel die Sicherheit beeinflussen macht 1. Hilfe komplexer. Mit einem Sanitätsraum, einer direkten Zufahrt für die Rettungsambulanz aber auch mit gut sichtbar und angebrachten Notfallknöpfen wird für Unfälle vorgesorgt. 

2004 wurde hier der erste Defibrillator installiert und geschult: Und zum Glück musste der Betriebsleiter Oliver Fey und sein Team ihn nie gebrauchen. Bei bis zu 200'000 Badegästen pro Jahr, ist das doch ein schöne Aussicht für den nächsten Sprung im Wasser. Auf dass dem so bleiben möge!