01. April 2019

Stillstand

Kennt ihr das, den Stillstand im Alltag? Nicht lebensbedrohlich, aber lähmend, weil nichts mehr geht? Meist kündigt es sich ja an, das, was nicht mehr geht: das Flimmern in der Birne, im wahrsten Sinn des Wortes. 

Keine Zahl kommt dir mehr in den Sinn am Bancomaten, doch den Pincode kennst du seit ewigen Zeiten auswendig. Du wolltest was sagen, in dem Moment vergessen. Also kann es nicht so wichtig gewesen sein. Die Birne im Flur meldet auch schon länger ihre Lebensdauer von 5 Jahren an. Nur, Ersatz hast du natürlich keinen auf Lager. 

Ausser Takt

Das „Bitte entkalken“ leuchtet ebenfalls eine Weile auf der Maschine, nun bist du koffeinlos an der Reihe, das zu tun, was deinem Vorgänger-Kaffeetrinker, der eben noch eine Tasse rauslassen konnte, verschont blieb.

 

Die Fernbedienung des Garagentors hätte auch schon länger eine neue Knopfbatterie gebraucht, gewechselt wurde sie so lange nicht, bis dein Auto hinter Schloss und Tor verriegelt bleibt. Ach ja, etwas Stillstand ist auch dann, wenn du deinen Briefkasten-Schlüssel in irgendeiner Jackentasche verloren, sprich vergessen hast. Mit den Fingern die Post rausgrübeln, bis die Fingerknochen aufschürfen, das ist auch so was wie Stillstand. Tipp: Grillzange nehmen und auf keinen Fall den Zylinder rausfräsen lassen, die Jacke mit deinem „verlorenen“ Briefkastenschlüssel findet sich wieder. Spätestens nächstes Jahr.


Und wo liegt die Moral der Geschicht’? Dass der alltägliche Stillstand zwar nervt, dich aber meist nie an Leib und Leben bedroht, und du meist selber schuld bist. Solange Batterien, Kippschalter, Ersatzbirnen und Fachpersonen um dich herum helfen können, dreht doch alles im grünen Bereich. Umso dankbarer sei, wenn ein Kreislaufstillstand mit lebensrettendem Strom und menschlicher Hilfe wieder zum Laufen kommt. Und ein Leben und deine Birne wieder im Takt schlagen.