17. Juli 2019

Die Standortfrage

Mal Hand aufs Herz: Wer unter uns mag schnelle Handy-Netze, aber keine Antenne, Strom aber keine Starkstromleitung, den Zug doch kein Geleise vor dem Haus, das pure Landleben, aber Kühe ohne Glocken? 

Wer liebt Kinder über alles, aber bitte ohne ihr freudiges oder leidiges Geschrei, ihre farbige Kreiderei auf der Strasse und die verlorenen Federbälle zwischen deinen Zäunen?   

Für das Gemeinwohl

Wer plädiert für ein aktives Dorfleben, aber bitte ohne Kirchenglocken und ohne Fachläden, weil die grossen Einkaufsläden überhaupt und kostenlose Parkplätze bieten? Wer möchte Abendsonne im Quartier und direkt davor ein grosses Feuerwehrlokal? Oder den unverbaubaren Seeblick mit vielen Feuerstellen und Campinglärm der anderen?  


Wer plädiert für eine idyllische Raumplanung, findet Industriezonen, auch gemischt, mit Entsorgungsstellen und grossen Industrieüberbauungen, Busbahnhöfen und einem dichten ÖV-Netz aber dennoch praktisch? 


Wer produziert Müll, will aber keine Entsorgungsstelle haben? Wer fährt weit und lange zur Arbeit, möchte aber lieber dort arbeiten, wo er wohnt. Wer will aber die Arbeitsplätze aus Industrie in seinem eigenen Wohnort, wo er doch gut leben will?


Wenn es um das Gemeinwohl geht, sind sich meist alle Einwohner einig, sobald die Eigeninteressen überwiegen, geht der Streit vom Zaun. Zum Glück sind die Feuerwehr, die Sanität, der ÖV für das Gemeinwohl - wie es ein Defibrillator auch ist: immer am best ersichtlichsten Standort, gut sichtbar, geschützt und für alle gleich einfach zugänglich.